Martin Wagner

Akkordeon

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Tango Transit Kritiken

In diesem Tango ist Blut

Was der Akkordeonist Martin Wagner und seine Mitmusiker diesem Kapitel der
Musikgeschichte hinzufügen, sind Kompositionen, die mit ihrem bestechend transparenten
Arrangement musikalische Miniaturen von mitreißender Intensität erzeugen. In Titeln wie
"T House" oder "Waltz for Angie" etwa mischten sich die Elemente des Tangos - expressive
Akkordeonklänge von leiser Melancholie bis zu schnippischer Unbeschwertheit - mit den
Linien des modernen Jazz von Bass und Schlagzeug....
Mit ihrer besonderen Mischung aus gefühlvollem Tango und modernem Jazz begeisterte die
Trioformation "Tango Transit" bei ihrem Auftritt für die Jazzinitiative Bad Kreuznach.
| Bad Kreuznach – Allgemeine Zeitung, 20.10.2009 |


Gänsehaut und Glücksgefühle

Tango - Trio um Martin Wagner musiziert im Geiste und in der Güte des großen Piazzolla.

Fernab von Argentinien rettet einer seine Nationalmusik: Astor Piazzolla. Sein Tango Nuevo, Handschlag der Folklore mit der Kunstmusik, darf in die besten Konzertsäle - und findet, wiederum fernab der Heimat, Fortführung und Weiterentwicklung in Martin Wagner und seinem «Tango Transit». 

Der bereichert die synkopische Rhythmik mit Ideen aus der Weltmusik, koppelt Empfindungen aus seinem Leben mit dem Tango, instrumentiert ganz untypisch mit Schlagzeug. Andreas Neubauer, konzentriert auf das Metall, greift beim Auftritt in Sonthofens Kultur-Werkstatt höchst kreativ, sensibel wie dominant traditionell anmutende Tanzfiguren auf, belebt wirkungsvoll die Klangbilder durch Schlagwerk.

...Der Kontrabass, essenziell im alten und neuen Tango, wandelt dank Hanns Höhn auf nicht minder außergewöhnlichen, hochvirtuosen, tiefsinnig gestalteten Wegen im hochklassigen Trio. Schier unglaublich sind seine Grenzgänge in die Melodie, die findigen, perkussiv-swingenden Soli und neuen Definitionen von Tango-Sound.

Martin Wagner fährt das Akkordeon aus der bekannten Dimension, taucht in die Gefühlswelten der Traurigkeit, feiert die Unbekümmertheit südlicher Sonne. Seine «Tango Suite» spannt eine wohl einzigartige Breite an Empfindungen.

So dicht und gleichwohl lebendig, so auf ein Notenteil gesetzt und prickelnd frei, hört man Musik fürwahr selten. Vielleicht auch gut so, denn die wunderbare Spannung, auf die «Tango Transit» seine Hörer mitnimmt, ist anstrengend, hält an bis zum letzten Zugabetakt. ...Keine Frage: «Tango Transit» hat die Messlatte für das Konzertjahr 2010 im Oberallgäu gesetzt und wird lange noch nachklingen mit seinem Tango im Geiste und in der Güte des großen Piazzolla.

| Sonthofen - Allgäuer Zeitung, 12.02.2010 |


Mal lyrisch, mal rasant

Tango ist eine wehmütige Musik für melancholische Nostalgiker, die an einer unwieder-bringlichen Vergangenheit hängen? Nicht so bei der Gruppe „Tango Transit“. Bei ihrem Auftritt in der Radolfzeller Essbar legten die drei Musiker eine souveräne Neuinterpretation des Tango für die Jetztzeit vor. Und nicht nur an dem typischen Tango-Rhythmus samt der dazu gehörenden Melodien, sondern vor allem an den Instrumenten, die im Tango gebraucht werden, lebten Bandleader Martin Wagner am Akkordeon, Hanns Höhn am Kontrabass und Andreas Neubauer am Schlagzeug ihre Kreativität aus. Herausgekommen ist dabei das Update einer eigentlich nostalgischen Musik, das von Melancholie und Nostalgie höchstens noch Spuren enthält, sozusagen Tango 2.0.

Da wird der Tango kräftig funky unterlegt oder im Walzertakt angedreht oder er verschwindet völlig, so dass die drei Musiker zeigen können, was sonst noch alles in einem Trio steckt, das ohne Klavier, dafür aber mit Akkordeon auskommt. Ein Knaller war beispielsweise die Nummer „Fat Cat“, die von dem New Orleans Jazz-Urgestein Professor Longhair inspiriert wurde. Hier transponierten die drei Musiker dessen typischen kleinteiligen Groove in die Sprache ihrer Instrumente. Und bei all der dauerhaften Rasanz verlor keiner der drei den Überblick.

Doch neben der fetten Power, die Tango Transit auf die Bühne bringen, hat in ihrer Musik auch das melancholische und lyrische Element seinen Platz, das vor allem aus den Passagen spricht, die so klingen, wie man sich Tango vorstellt, sie erzeugen wirklich das berühmte Tango-Feeling.

Dass Instrumentalisten, die das können wollen, mit allen Wassern gewaschen sein müssen, versteht sich eigentlich fast von selbst. Höhn agierte am Kontrabass immer mit angenehmer, unaufdringlicher Präsenz und konnte in seinen Soli die Schmährede vom schmalbrüstigen Bass, der mit den anderen Instrumenten nicht konkurrieren kann, eindrucksvoll entkräften. Schlagzeuger Neubauer spielte verlässlich vorwärtstreibende Beats und entwickelte seine Soli zwar sehr virtuos, aber nie mit Gewalt oder Druck. Bandleader Wagner schließlich erweiterte die Möglichkeiten seines Instruments konsequent, indem er immer wieder die melodische Struktur auflöste, um allein mit Klangflächen und Rhythmus zu arbeiten. Mit diesem Tango-Update bestritten Tango Transit einen zu Recht begeistert aufgenommenen Abend.

| Radolfzell – Südkurier, 6.2.2010 |



Heißer Tango trifft auf coolen Jazz

Die Akkordeon-Formation „Tango Transit“ überzeugte im Theaterstübchen mit eigenen Kompositionen und viel Hingabe

Kassel. Was sich die meisten Bands für ein spannendes Finale aufheben, gab es von dem Jazz-Trio „Tango Transit“ durchgehend: furiose Rhythmussteigerungen, leidenschaftlich ausgedehnte Soli und die Bereitschaft, aus sich und dem Instrument das Letzte herauszuholen. Das Genre, dem sie sich verschrieben haben, dürfte daran nicht ganz unschuldig sein: Tango – und diese Musik verlangt eben schon von der ersten Minute an Feuer und Hingabe.

 bild tango transit kassel

Furios von Anfang bis Ende: Das Trio „Tango Transit“ mit Martin Wagner (von links), Hanns Höhn und Andreas Neubauer. Foto:  Malmus

Der Tango, den Martin Wagner (Akkordeon), der in Paris lebende Schlagzeuger Andreas Neubauer und der Bassist Hanns Höhn zu Gehör bringen, ist aber nicht nur aus Temperament und traditionellen Vorgaben gegossen, sondern auch aus Jazz- und klassischen Elementen. Alle Kompositionen hat Wagner außerdem selbst geschrieben.

Der Sound bekommt seine besondere Ausstrahlung durch die prägnanten Klangfarben, die die wieselflinken Finger Wagners dem Akkordeon entlocken. Eine spannende und variationsreiche Melange präsentierten die drei ausgezeichneten Musiker da am Dienstagabend im Theaterstübchen. Bedauerlich, dass der Saal nur etwa zur Hälfte gefüllt war. Der Bekanntheitsgrad wächst bei Jazz-Musikern eben nur mit der Zeit. (..)

Das aktuelle Album „Preview“ dürfte dem Trio viele Türen öffnen. Druckvolle Rhythmen und hohe spieltechnische Dynamik gleiten unmerklich in Momente der Ruhe. Sekunden später ein Themen- und Stimmungswechsel. Virtuosität auf den Instrumenten und Homogenität im Zusammenspiel machen das möglich. Viel Applaus dafür und zwei Zugaben.

| Kassel -  Hessische Allgemeine, 27.01.10 |



Brodeln im Sudhaus

(..)  Ein klassisches Jazztrio mit den renommierten Grenzgängern zwischen Jazz, Pop und Funk Andreas Neubauer am Schlagzeug und Hanns Höhn am Kontrabass. Das Tango-Kolorit wird vor allem vom Akkordeon bestimmt, mit dem sich Martin Wagner sonst in Jazz, Folk und Avantgarde behauptet. Er ist auch der Schöpfer des bisherigen Repertoires, das mit Elementen aus Klassik und Jazz, Funk und Drum & Bass bereits eine unverwechselbare Handschrift trägt. Geprägt ist sie von starken Emotionen, die sich in einer sinnenfreudigen Sprache ausdrücken. Kraft und Energie lieferte vor allem der Kontrabass-Motor, den Höhn mit einer entschiedenen, dichten und substanzvollen Linie am Laufen hielt. Neubauer zeigte sich als zuverlässiger Rhythmiker, tat sich aber auch deutlich als experimentierfreudiger Klangzauberer hervor, der mit seinem reichen Fundus an spieltechnischen Finessen und unkonventionellen Tricks eine gewisse Exotik – insbesondere in „Night in Egypt“ – beimengte.

Wagner übernahm den Part des virtuosen Frontman. Von seinen Mitspielern in Szene gesetzt, trug er mühelos die ansprechende, ja mitreißende Musik ins Publikum, zog sich aber auch angemessen zurück, wenn die Akkordeon-Farbigkeit nur als Folie gefragt war.(..)

Der Steigerung des Abends von den eher ernsten Themen in „Busy Waiting“ oder der ausladenden, dreiteiligen Konzertsuite bis hin zu fetzigen Stücken wie dem erregten „Chromasomatic Lunatic“, dem ruhelosen Vorantreiben in „Zeitauge“ und schließlich den virtuosen Euphorisiaka „T-House“ und „Blut“ konnte sich das Publikum nicht entziehen. Lang anhaltende Ovationen und Zugabe.

| Seefeld - Süddeutsche Zeitung, 9.2.2010 |



Mit souveräner Leichtigkeit

Von wegen nur Tango: Das war eine reizvolle Mischung aus Tango, Jazz und Pop, die das Trio Tango Transit im Langenauer Pfleghof bot. 

Spätestens nach der ersten Viertelstunde dürften einige der Zuschauer die brave Bestuhlung des Langenauer Pfleghofsaals als arge Gängelung empfunden haben. Denn zur Musik von "Tango Transit" möchte man nicht bloß dezent mit der Fußspitze wippen. Das Trio schafft es mit souveräner Leichtigkeit, Tango und Jazz (mit Anklängen von Funk und Pop) zu einem mitreißenden, extrem unterhaltsamen und dabei wunderbar vielschichtigen Cocktail zu mixen.

Kopf der Band ist Martin Wagner, der mit seinem Akkordeon eine neue Ära dieses klischeeverklebten Instruments einläutet. Aus seiner Feder stammen alle Stücke, die er gemeinsam mit Hanns Höhn (Kontrabass) und Andreas Neubauer (Schlagzeug) kongenial arrangiert hat. Alle drei Musiker sind ausgewiesene Profis und über jeden technischen Zweifel erhaben - aber das allein macht noch keine musikalische Magie. Die entsteht bei Tango Tansit aus der hör- und spürbaren Emotionalität, die zwischen krachiger Kirmes, tango-typischer Dunkelfarbigkeit und feinstfühligen Zehenspitzentänzen oszilliert. Und zwischendurch, wenn die drei wie losgelassen abgehen wie Schmidts Katze, denkt man: Hey, das ist ja reinster RocknRoll! Haut direkt ins Sonnengeflecht und flaniert nicht jazzig-distinguiert daran vorbei.

Auch die ruhigen Momente sind grandios: Andreas Neubauer klopft sanft mit den Fingern auf die Snaredrum, Hanns Höhn entlockt seinem ehrfurchtgebietenden Bass schräge Töne wie aus einer Cartoon-Vertonung und Martin Wagner entführt die Zuschauer einen kurzen Moment lang in einen Tangosalon in Buenos Aires mit all seiner morbiden Schönheit und Traurigkeit.

Für solch ein hochklassiges Konzert hätten sich die Veranstalter, der Ulmer Verein "Kunstwerk" und das Kulturamt Langenau, sicher ein paar mehr Zuschauer als die rund 50 gewünscht, die den Weg in den Pfleghofsaal gefunden hatten.

| Langenau – Südwestpresse, 9.1.2010 |

 

die nächsten Konzerte

Don, 09. Feb. 20:00 - Tango Transit
Weinstadt, Armer Konrad

Fre, 10. Feb. 20:00 - Tango Transit
Weil am Rhein, Kesselhaus

Fre, 24. Feb. 20:00 - Beikircher & Band
Ludwigshafen, BASF

Sam, 25. Feb. 20:00 - Beikircher & Band
Ludwigshafen, BASF

Son, 26. Feb. 20:00 - Beikircher & Band
Augsburg, Parktheater